Schall & Lärm im Büro: Wie schlechte Raumakustik unsere Arbeit beeinflusst und wie moderne Akustiklösungen helfen
Lärm ist einer der größten Störfaktoren in modernen Büros. Gerade offene Arbeitslandschaften in moderner Gestaltung bieten zwar kommunikative Vorteile, erzeugen aber schnell eine unruhige Geräuschkulisse, die auf Dauer anstrengend für alle Mitarbeitenden wird.
Gute Raumakustik ist deshalb kein Detail mehr – sie ist ein gesundheitlich und wirtschaftlich relevanter Erfolgsfaktor.
In diesem Beitrag fasst Markus Gonsch euch zusammen, wie Schall entsteht, warum er im Büro so belastend wirkt und wie ihr mit Akustik Absorbern, Schallschutz an den Wänden, Akustik Paneelen und gezielter Raumgestaltung die Raumakustik verbessern könnt.
von Markus Gonsch | Account & Project Manager
Was ist Schall – und warum macht er uns im Büro so zu schaffen?
Fangen wir mit den Basics an: Wissenschaftlich betrachtet ist Schall eine mechanische Welle, die sich durch die Luft ausbreitet. Jede Schallquelle, sei es eine sprechende Person, eine vibrierende Maschine oder das Klicken einer Tastatur, versetzt Luftteilchen in Schwingung. Diese Schwingungen breiten sich aus und werden von unseren Ohren als akustische Reize wahrgenommen.
Im Büro entstehen diese Schallwellen durch eine Vielzahl gleichzeitig aktiver Geräuschquellen:
Stimmen, Tastatureingaben, Bewegungen von Stühlen, Lüftergeräusche, Kopierer, Kaffeemaschinen oder Telefone. Entscheidend ist, dass diese Geräusche in der Regel nicht einzeln, sondern überlagert und gleichzeitig auftreten. Dadurch entsteht ein diffuser Geräuschpegel, der das Gehirn permanent reizt.
Das eigentliche Problem liegt jedoch nicht im Schall selbst, sondern in der Interaktion von Schallwellen mit der Raumarchitektur. Moderne Büros sind häufig in schicken Neubauten aus Glas, Beton und Metall, haben hohe Decken und offene Raumstrukturen. Das sorgt zwar für eine einladende Raumatmosphäre und regt den Austausch untereinander an, bietet aber durch den großen Schallraum und die harten, glatten Oberflächen die perfekte Schall-Reflektionsfläche. Die Folge ist eine Verlängerung der Nachhallzeit, also der Zeit, die ein Geräusch benötigt, bis es vollständig abgeklungen ist.
Vor allem Sprachschall wird als besonders störend empfunden. Das liegt daran, dass Sprache evolutionär hoch relevant ist: Das Gehirn versucht ständig, Worte zu entschlüsseln – selbst dann, wenn der Inhalt gar nicht wichtig für uns ist. Diese unbewusste Verarbeitung führt zu einer dauerhaften kognitiven Belastung, die Konzentration und Produktivität stark reduziert.
Kurz gesagt:
Moderne Architektur erzeugt Räume, die visuell minimalistisch und anregend, aber akustisch problematisch sind. Und ohne gezielte Maßnahmen wie Akustik Absorber, Akustik Paneele oder Schallschutz an Wänden kann die Arbeit im Büro zum akustischen Stressfaktor werden.
Wie Lärm die Gesundheit und Arbeitsleistung beeinflusst – wissenschaftlich betrachtet
Lärm ist nicht nur ein akustisches Phänomen, sondern ein multisensorischer Stressor, der tief in physiologische und kognitive Prozesse eingreift. Die Wirkung von Lärm am Arbeitsplatz ist gut dokumentiert: Studien aus der Psychoakustik, Arbeitsmedizin, Neuropsychologie und Umweltforschung zeigen übereinstimmend, dass bereits geringe, aber stetige Geräuschpegel die Leistungsfähigkeit messbar beeinträchtigen.
Im Büro liegt der typische Lärmpegel zwischen 50–65 dB(A). Das entspricht der Lautstärke eines normalen Gesprächs. Schon dieser Pegel ist aber ausreichend, um eine anhaltende Beanspruchung zu sein. Entscheidender als die Lautstärke selbst ist die Art des Geräuschs: Unvorhersehbare, sprachähnliche oder impulsartige Geräusche wirken am belastendsten. Neben dem permanenten Tippen, Klicken und Rauschen der Büro-Geräte sind es genau diese Geräusche, die in offenen Büros immer wieder auftreten und einen aus der Konzentration reißen.

Warum unser Gehirn besonders empfindlich auf Sprache reagiert
Wie schon angerissen, hat Sprache einen besonderen Stellenwert in unserer Lärmwahrnehmung. Das menschliche Gehirn ist evolutionär darauf programmiert, Sprache automatisch zu verarbeiten.
Selbst wenn wir bewusst versuchen, Gespräche auszublenden, werden Wortfragmente in den Hirnregionen für Sprache verarbeitet.
Dies kann zu einer kognitiven Überlastung führen, weil das Gehirn konstant versucht, diese Reize zu filtern und relevantes von Unwichtigem zu trennen. Dadurch wird zum Beispiel die Leistung des Arbeitsgedächnisses eingeschränkt, vor Allem, wenn die Aufgabe einen mental tatsächlich herausfordert. Das Ergebnis: Durch die fragmentierte Aufmerksamkeit entstehen weitaus mehr Fehler als in einem ruhigen, konzentrierten Umgebung.
Deshalb empfinden Menschen das Mithören von Telefonaten oder Gesprächen als besonders störend; nicht wegen der Lautstärke, sondern wegen der semantischen Relevanz des Gehörten.
Lärm aktiviert das sympathische Nervensystem, das für Fight-or-Flight-Reaktionen verantwortlich ist. Dies geschieht selbst dann, wenn der Lärm subjektiv „gar nicht so laut“ erscheint.
Typische physiologische Reaktionen sind die Ausschüttung von Stresshormonen, die die Herzfrequenz erhöhen, den Blutdruck steigen lassen, für Verspannungen sorgen und eine schnellere mentale Ermüdung auslösen.
Langfristig wird diese Reizüberflutung zu einem Gesundheitsrisiko. Die Arbeitsmedizin stuft Dauerlärm am Arbeitsplatz als klaren Stressfaktor ein, der zu Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Burnout-Symptomen beitragen kann.
Neben der physischen Belastung hat Lärm eine starke emotionale Komponente. Geräusche erzeugen unterschwellige Reaktionen im limbischen System, dem Zentrum für Emotionen. Daraus können die typischen emotionalen Stressreaktionen entstehen, die wir alle auch aus dem Alltag, zum Beispiel aus dem Warten in einem Verkehrsstau, kennen: Gereiztheit, Ungeduld, verringerte soziale Toleranz und ein mangelndes Zugehörigkeitsgefühl. Ganz klar: Schon kleine akustische Störungen können die Teamdynamik besonders in offenen Großraumbüros beeinträchtigen und zu Konflikten und Auseinandersetzungen führen.
Gerade im Büro müssen Menschen Problemlösen, Planen, Schreiben, Entscheiden — alles Tätigkeiten mit hoher kognitiver Komplexität.
Lärm wirkt hier wie ein „unsichtbarer Gegner“.
Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen: Schon 55 dB(A) können das Textverstehen um bis zu 38 % reduzieren, die Leistung, kreative Tätigkeiten zu verrichten, sinkt sogar um bis zu60%. Außerdem wird das Multitasking erschwert, da das Gehirn permanent schon zum Teil ausgelastet ist. Aus demselben Grund entstehen sogenannte „Micro-Mistakes“, die häufig unbemerkt bleiben, aber die Gesamtleistung reduzieren. Grundsätzlich gilt aber: Je komplexer eine Aufgabe ist, desto empfindlicher ist sie gegenüber Lärm.
Schlechte Büroakustik: Eine Belastung fürs Team und die Wirtschaft?
Kommunikation ist ein zentraler Bestandteil der betrieblichen Zusammenarbeit. Neben den individuellen Problemen, die durch die erhöhte Lautstärke auftreten, wird auch das Gespräch miteinander erschwert, denn permanente Nachfragen und Missverständnisse sorgen für ineffektive Meetings und einen frustrierenden Austausch. Umso schlimmer: Die Lautstärke schaukelt sich hoch, weil alle intuitiv gegen den Raum und den Lärmpegel ansprechen.
Auch für Unternehmen an sich hat dies negative Konsequenzen: Die Produktivität sinkt, mehr Fehler entstehen. Mitarbeitende sind unzufrieden, fallen durch den erhöhten Stress krankheitsbedingt aus oder verlassen das Unternehmen. Effektiv entstehen also Kosten, die kaum sichtbar gemacht werden können, da sie ausschließlich durch die Leistungsminderung der Mitarbeitenden entsteht.
Wie man Raumakustik verbessern kann: Die Grundlagen
Gute Akustik entsteht durch das Zusammenspiel verschiedener Elemente. Es geht nicht darum, Räume komplett geräuschlos zu machen, sondern um kontrollierten Klang, der natürliche Geräusche angenehm macht und störende reduziert.
Die vier Grundprinzipien guter Raumakustik
Diese Prinzipien lassen sich mit einfachen Mitteln in jede moderne Raum- und Bürogestaltung integrieren und helfen bei der Schallreduktion. Auch in bereits fertig gebauten Büros kann man so noch einiges an Schallschutz rausholen:
- Absorption
Dezidierte Schallabsorber nehmen den Schall aus der Umgebung auf und senken so die Lautstärke - Dämpfung
Durch weiche Oberflächen im Kontrast zu z.B, Fenstern wird der Nachhall gesenkt - Diffusion
Eine verwinkelte Raumaufteilung und Platzierung der Arbeitsplätze bricht den Schall und verteilt ihn gleichmäßig - Zonierung
Geräuschquellen und lautere oder stark frequentierte Bereiche durch Raumtrenner abteilen
Akustik Absorber: Der Schlüssel zur leisen Arbeitsumgebung
Neben größeren gestalterischen Maßnahmen wie der Verlegung von Teppichböden, gepolsterten Ruhemöbeln oder der Nutzung von Gardinen gibt es eine smarte Möglichkeit, um Design und Funktion in euren Büros zu vereinen:
Akustik Absorber sind Oberflächen oder Elemente, die Schallwellen „schlucken“ und verhindern, dass sie im Raum hin- und hergeworfen werden.
Unsere Acoustic Frames können genau für diesen Zweck flexibel eingesetzt werden. Als Wandbild, Deckenhänger oder Raumtrenner mit eurem individuellen Motiv fügen sie sich perfekt in eure CI ein, dekorieren eure Büros und sorgen für angenehme Ruhe, ohne im Weg zu sein.
Übrigens: Dank der verwendeten Keder-Technologie könnt ihr das Motiv jederzeit einfach austauschen und erneuern, solltet ihr mal Lust auf etwas Neues haben. Der Rahmen und die eigentliche Absorptionsfläche bleiben davon unberührt – so spart ihr Zeit und Geld.


Schallschutz an Wänden: Warum Wandabsorber unverzichtbar sind
Fensterfronten und nackte Wände sind die größten Reflexionsflächen im Büro. Daher ist Schallschutz an den Wänden ein entscheidender Faktor bei der Verbesserung der Raumakustik. Akustik Wandbilder sehen im Grunde genommen genauso aus wie ein normales Bild, in ihrem Kern versteckt sich aber akustisch wirksames Material, zum Beispiel Basotect. So wird die Fläche visuell genutzt und zum Highlight in eurer Gestaltung, verbessert aber gleichzeitig das Klangbild und die Geräuschkulisse. Wandabsorber sind vom Meetingraum übers Großraumbüro bis hin zum Foyer in verschiedensten Räumen einsetzbar und helfen euch unauffällig, den Klang zu verbessern. Denkbar sind übrigens auch vollflächige Wandbespannungen, so könnt ihr die Akustikwirkung hinter einem unauffälligen Wanddesign verstecken.
Akustik und Raumgestaltung: Wie beides harmonisch zusammenwirkt
Akustik ist kein Fremdkörper in der Gestaltung – im Gegenteil: Sie wird zunehmend als gestalterisches Element wahrgenommen und in Designs mitgedacht. Als kleine Inspiration haben wir euch unsere liebsten Elemente für eine ruhige, clevere Raumgestaltung zusammengestellt und präsentieren euch Ki-generierte Gestaltungsideen:

Farbkonzepte, die Ruhe ausstrahlen

Materialien, die Schall bremsen

Zonierung mit Raumtrennern

Polstermöbel, die zum Verweilen einladen

Beleuchtung, die die Raumgestaltung in Szene setzt
So gut ist Arbeiten bei verbesserter Raumakustik
- Weniger Konflikte durch weniger Missverständnisse: Durch die bessere Sprachverständlichkeit wird Kommunikation erleichtert, vor Allem in internationalen Unternehmen ohne gemeinsame Muttersprache. Auch für Personen mit Höreinschränkungen wird der Alltag so barrierefreier gestaltet.
- Höhere Zufriedenheit der Mitarbeitenden: Entspanntes Arbeiten in entspannter Atmosphäre sorgt für einen verbesserten Arbeitsalltag. Durch die gesteigerte Produktivität steigt auch das Wertgefühl der eigenen Arbeit und trotzdem bleibt eine Erschöpfung durch Überreizung aus.
- Bessere Ergebnisse in Meetings: Alle werden gehört und können sich einbringen. Auch hier entstehen weniger Missverständnisse und das Strukturieren von Gesprächen mit vielen Teilnehmern wird vereinfacht.
- Effektivere Arbeitsphasen: Sowohl die Einzel- als auch die Gruppenarbeit wird durch gutes Zoning gestärkt. Die Einzelbereiche gehen auf die Bedürfnisse der jeweiligen Mitarbeitenden ein und sorgen für abgeschottete Bereiche für Austausch und Stillarbeit.
- Weniger Stress und Krankheitstage: Die gesundheitlichen Konsequenzen einer dauerhaften Lärmbelastung können nicht außer Acht gelassen werden. Eine gute Raumakustik sorgt für rundum entspanntere Mitarbeitende, die auch für den Rest ihres Alltags noch ausreichend Energie übrig haben.
Fazit: Moderne Bürogestaltung braucht akustisch mitgedachte Designs
Lärm ist in Büroumgebungen unvermeidbar, mit den richtigen Herangehensweisen aber kontrollierbar. Durch ein gutes akustisches Design entstehen weniger Konflikte und Missverständnisse im Arbeitsalltag, eure Mitarbeitenden werden entlastet und können konzentrierter, gesünder und effektiver alleine und zusammen arbeiten, ihr schafft Entlastungen für internationale KollegInnen und Menschen mit Höreinschränkungen. Außerdem sehen gut eingesetzte Akustikprodukte einfach echt klasse aus, ob als Ergänzung oder als Highlights in eurer Bürogestaltung.
Mit hochwertigen Akustik Absorbern, intelligent platzierten Akustik Paneelen, wirksamem Schallschutz an den Wänden und einer durchdachten Raumgestaltung lässt sich die Raumakustik verbessern und ein Arbeitsumfeld schaffen, das Produktivität, Gesundheit und Wohlbefinden fördert.
Lust, den Unterschied zu hören?
Ich freue mich darauf, euch bei euren Projekten rund ums Thema Raumgestaltung und Akustik zu begleiten und gemeinsam mit euch zu erleben, wie wir eure Büros revolutionieren.
Markus Gonsch
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